Diego Deiana

Diego Deiana
Or ie lum. Lum ie vita.
Gold ist Licht. Licht ist Leben. Oro è luce. Luce è vita.
MOSTRA _ AUSSTELLUNG _ ESPOSIZIONE
KUNST IN DER MIIL
KRÄNZELHOF IM RESTAURANT MIIL - Tscherms/Cermes (BZ)
21.04. - 24.06.2012
Vernissage: 21.04.2012 - ore 17:00 Uhr


DIEGO DEIANA
Str. Mulin d’Odum 46
39047 S. Cristina/St. Christina (BZ)
Mob. +39.335.7045112
www.diego.deiana.lvh.it


von Heinrich Schwazer
Einen altehrwürdigen Beruf
übt Diego Deiana aus: Der
1971 geborene Grödner ist Vergolder
und Fassmaler, einer jener
Handwerker, die holzgeschnitzte
Skulpturen bemalen; sprich: in
Farbe fassen. Krippenfiguren, Engel,
Madonnen, Altäre, Kerzenleuchter
und Heiligenfiguren bekommen
unter seiner Hand Farbe
oder werden mit ein achttausendstel
Millimeter dicken Goldblättern
(23 Karat) gefasst. Für Liebhaber
des Antiken wendet er die
Craquelè-Technik an. Das Gold bekommt
dadurch haarfeine, netzartige
Risse und damit die Patina des
Alten.
Die schwierige Technik des Vergoldens
verlangt absolute Könnerschaft
und Erfahrung. Das Gold ist
nur ein achttausendstel Millimeter
dick und zerbröselt bei jedem
Hautkontakt. Damit es haften
bleibt, werden unter anderem faule
Eier verwendet – eine olofaktorische
Herausforderung. Die härtes -
te Herausforderung für die Grödner
Schnitzer liegt derzeit aber in
der Marktlage: Konkurrenz aus
dem fernen Osten und Maschinenschnitzerei
setzen den traditionellen
Erwerbszweig unter Druck.
Dagegen kann man anjammern
oder etwas tun. Mit dem Zusammenschluss
„Unika“ hat
man eine gemeinsame
Plattform geschaffen, die
die Betonung des Unikats
bereits im Namen trägt.
Sie betreibt eine ständige
Galerie in St. Ulrich, organisiert
Messeauftritte und
pflegt die Schutzmarke.
Auch Deiana ist „Unika“-
Mitglied, doch er geht
auch eigene Wege. Für
gewöhnlich steht der
Fassmaler und Vergolder
im Dienst der Bildhauer; Deiana
hingegen sucht nach Möglichkeiten,
beides zu vereinen. Im Restaurant
„Miil“ im Ansitz Kränzelhof,
Tscherms sind derzeit erste Ergebnisse
dieses Bestrebens zu sehen.
Das Material Gold steht im Zentrum
einer Serie von Werken, die er für die
Ausstellung geschaffen hat. Auf
Holztafeln sind religiöse Sujets,
Landschaften, existenzielle Themen,
kulinarische Motive und ein Labyrinth
als Symbol des Lebens in Gold
gefasst. Letzteres ist darüberhinaus
auch eine Hommage an das mit
Steinplatten geformte Labyrinth im
Garten des Ansitzes Kränzel. Kombiniert
wird das edle Material mit altem
Stadelholz. Keine Beschwörung
der „guten alten Dinge“ spricht da -
raus, sondern die Tugend des Kunsthandwerkers,
zersprengte Elemente
wie Wahrnehmungsgefühl, Material
und Handfertigkeit wieder zusammenzuführen.
Denn Kunsthandwerk
ist mehr als nur technisches Können,
es besteht wesentlich in dem Bestreben,
eine Tätigkeit um ihrer selbst
willen gut zu machen.
Der Titel „Gold ist Licht. Licht ist
Leben“ ist emblematisch. Gold als
Farbe und Material der Kunst hat
eine wechselvolle Geschichte hinter
sich. In der frühchristlichen, mittelalterlichen
und byzantinischen
Malerei diente das glänzende Metall
dazu, auf die lichterfüllte,
himmlische Sphäre und damit auf
die Präsenz Gottes hinzuweisen.
Als in der Renaissance nicht mehr
die Darstellung des Überirdischen,
sondern die realistische Abbildung
des Diesseits zum Ziel der Kunst
wurde, verschwand es als Farbe
und Material aus der bildenden
Kunst. Gold galt als realitätsfern
und verschwand nach 1500 vollständig
aus der Malerei. Erst als
die Fotografie der Malerei den
Rang als Wirklichkeit darstellende
Kunst streitig machte, wurde es zu
Beginn des 20. Jahrhunderts als
künstlerisches Ausdrucksmittel
wieder entdeckt. Gustav Klimt
schwelgte geradezu in Gold, aber
auch Andy Warhol, Robert Rauschenberg
und Joseph Beuys haben
wieder auf die Symbolkraft von
Gold zurückgegriffen.
Ein labyrinthischer Weg, der von
jedem neu gegangen werden muss.
Termin: Die Ausstellung von
Diego Deiana ist im Restaurant
„Miil“, Ansitz Kränzelhof,

 
Diego Deiana
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