Josef Kostner

Josef Kostner präsentiert seine Werke im Labyrinthgarten Kränzel im Zeitraum von 05. April bis 07. November 2011.
Um die Werke von Josef Kostner zu verstehen und dessen Aussagekraft zu ergründen, sollte man etwas über sein Leben und Schaffen erfahren. Erst wenn man Kostners charakterisierende Sensibilität entdeckt und etwas über die prägenden Kindheitserfahrungen hört, kann man die starke Aussage seiner Kunst verstehen. Das Zweitälteste von zwölf Kindern musste sich in der schwierigen Zwischenkriegszeit zurechtfinden, es wurde von Ängsten geplagt und auch die Kriegsjahre hinterließen tiefe seelische Wunden. Erfahrungen, die der Künstler ein Leben lang nicht vergessen konnte und sich in einer ständigen Sorge über das emotionale Empfinden der Menschheit äußerten. Schon seine ersten künstlerischen Werke, auch wenn in sehr abstrakter Form, befassten sich mit dem Thema „Mensch“. Zum traditionellen Bildhauer ausgebildet suchte er bereits mit achtzehn Jahren einen persönlichen Weg. Zunächst wandte er sich der Skulptur zu. Erst viel später, in den 70er Jahren, entfalteten sich seine zeichnerischen und malerischen Qualitäten. Aber stets stand der menschliche Körper im Mittelpunkt seines Schaffens. Emotionen und Gefühle flossen in seine menschlichen Figuren, eine Verkörperung der Gedanken. Die Kunst entstand durch einen inneren Antrieb, er schaffte seine Werke um sich von den Sorgen des Alltags zu befreien. Kostner suchte nicht gefällige und kommerzielle Arbeiten zu produzieren oder gar einer Zeitströmung zu folgen. Nein, Kostner hat einen ganz persönlichen Stil entwickelt. Insgesamt kann man sagen, dass seine Grafiken und Skulpturen in ihrer Entwicklung immer frechere und dezidiertere Linien angenommen haben. Entstanden am Anfang feine, bis ins Detail ausgearbeitete Werke, so wurden seine Arbeiten mit der Zeit immer kantiger und flächiger. Den Bildern verleiht er mit gezielt aufgetragenen, starken, hauptsächlich roten Pinselstrichen eine charakterisierende Note. Seine Skulpturen bekommen markante Gesichtszüge und der Körper wird statisch, durch eine starke Linearität betont. Ausdrucksstarke Formen sind das Merkmal seiner Kunst. Damit hat er sich weit über das Konventionelle des „Schönen“ hinausgewagt.
Flehende, leidende, vom Schicksal getroffene - manchmal auch hoffende Menschen - lassen den Betrachter nicht ohne Emotionen.
Kürzlich erschien eine ausführlich Monografie über Josef Kostner, welche sein künstlerisches Schaffen in zwei Bänden festhält. Die enorme Ausstrahlungskraft seiner Werke wird auch darin auf packende Weise veranschaulicht.

Kontaktdaten:   digart@tiscali.it       www.digart.it




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