Michael Defner

Begegnungen
Reflexion zu den Plastiken „Die Beduinen“
Aufstellungsort: Labyrinthgarten- Ansitz Kränzel- Tscherms /Südtirol
Jeder Weg beginnt mit einer Begegnung und endet mit einer Begegnung.
Der vierteilige plastische Zyklus „Die Beduinen“ zieht sich durch die gesamte Parkanlage. Wir begegnen dem Thema an meditativen, stillen Plätzen der Anlage, die den formal asketischen Teil der Figuren besonders hervorhebt und den Betrachter in die Ruhe des Raumes einführt.
Man sagt die Beduinen leben am „Ufer der Wüste“.
Entbehrungen, Ruhe und die Geschichte eines großen Rituals deren kraftvolle Ausdrucksformen aus dem Frieden und der Fruchtbarkeit des Lebens und der Hoffnung kommen.
Die Plastiken leben mit dem sich wandelnden Licht der Sonne. Das erste Morgenlicht mit seinem klaren Konturenaufbau übergibt der konturlosen flachen Mittagssonne die Oberfläche bevor sie wiederum vom formenden Licht der späten Sonnenstrahlen übernommen werden. Fläche und grafische Kontur liefern sich ein Spiel der Gegensätze.
Hände greifen in die Höhe und werden zu Schriftzeichen einer still flehenden Gebärde deren Inhalte sich dem Betrachter öffnen, entziehen und wieder öffnen.
Stäbe gliedern rhythmisch den Raum des Körpers und geben Zwischenräume frei, deren Öffnungen sich wieder in die Interpretation der Figur übertragen.
Jede mit Aufmerksamkeit betrachtete Figur wird zum Mittelpunkt des Raumes.
Schwarze Oberfläche klingt in grünem Laub.
Schwarze Stäbe fahren in das Blau des Himmels.
Farbenlos entzieht sich die Gestalt der Eitelkeit.

Michael Defner
 
Michael Defner




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